Donnerstag, 18. September 2014

Kreativer Nachwuchs...

"Ich zeig dir mal was richtig Gutes", sagte der Sohn neulich zu mir. Richtig gut, das war das Foto auf seinem Handy. Es zeigte eine Umhängetasche, die aus zwei Langspielplatten und einem dazwischen genähten Stoffstreifen bestand. Stimmt, sah richtig gut aus!
"Wie macht man so was?", war dann die Frage. 
Natürlich hab ich gern dem interessierten Sohn in groben Zügen erklärt, wie man so was macht.

Zeit verging, da klingelt mein Handy. 
Handy und ich waren gerade in Schweden, der große Sohn ( fast 17) ist nicht mitgefahren. 
"Also, diese Tasche aus den Schallplatten.... ich will die für C. machen...."
(C Punkt ist eine sehr, sehr sympathische Sie, ich kann gut verstehen, warum C Punkt eine solche Tasche bekommen sollte!) 
Es folgte: Mutter - Sohn - Fernkurs per Handy 

Wieder zu Hause brachte er mir die angefangene Tasche und ich muss sagen: Spitze!
In die Schallplatten waren Löcher mit einer heißen Nadel gestochen worden,
ein schickes Stück Wachstuch war im wahrsten Sinne des Worte fachmännisch dazwischen genäht.


Gemeinsam beschlossen wir, das die Tasche noch ein Futter brauchte, 
eine abgelegte Jeans wurde dem Upcyling zugeführt.
Nun aber war Muttern gefragt, der Tasche noch einen kleinen, letzten Schliff zu verpassen.

C  Punkt hat sich, gelinde gesagt riesig gefreut, 
jedenfalls bekam ich postwendend eine SMS von meinem Sohn, dass das Werk gut ankam...
Und ich bin irre stolz auf meinen Sohn, der sich bislang eher beim Theaterspielen, aber nicht unbedingt als begnadeter Handwerker hervorgetan hatte. Es ist doch schön, neue Seiten an vertrauten Menschen zu entdecken!


PS:
Irgendwie hat mich die ganze Geschichte dann an eine Episode erinnert, die sich eine Generation vorher ereignet hat. Mein älterer Bruder kannte eine sehr nette J Punkt, die unbedingt eine schicke Ledertasche bekommen sollte. Mit dem Leder und diversen Utensilien rückte er dann bei meiner Mutter an... was tut so eine Mutter nicht alles, wenn die XY Punkt ihres Sohnes eine nette Sie ist....
gestern hat meine Mutter am Telefon gelacht und gesagt, 3 Ledernähnadeln für die Nähmaschine hätte sie bei der Aktion damals geschrottet.... Na, da bin ich doch noch gut davon gekommen....

Entschuldigt die schlechte Fotoqulaität, das musste dann am Ende sehr schnell gehen.

wird gezeigt bei KOPFKINO

Danke für Eure lieben Kommentare zu meinen Armbändern! Bald gibt es wieder neue Bilder...

habt es fein,  

und ein ganz besonders lieber Gruss geht heute an C Punkt!

Sonntag, 14. September 2014

SÁMI-HANDWERK

Ein Urlaubsmitbringsel ganz eigener Art ist ein neues Handwerk, dass ich erlernt habe:

Tenntrådsbroderi  - Zinndrahtstickerei

Diese sehr alte Handwerkskunst kommt aus Sápmi (Lappland) dem Norden Skandinaviens, der Heimat das Sami. Zinn, mit einem Anteil von 4% Silber, wird um einen Kunstfaserfaden gewickelt, das sieht dann beinahe so aus wie eine Gitarrensaite. 


Dieser Zinndraht wird geflochten und das Geflecht auf einen Streifen Rentierleder genäht. Als Verschluss für das Armband dient ein geschnitzter Knopf aus Rentiergeweih. 
Mich fasziniert an diesen Armbändern, dass sie einerseits so schlicht und andererseits so besonders sind. Sie passen zu sportlichem Outfit ebenso wie zu romantischem Stil. Das Leder gibt es in vielen Farben. Mein Material beziehe ich aus Nordschweden.


Willst du mehr über die Armbänder wissen? Meine Armbänder haben einen eigenen Blog bekommen, da kannst du sie ansehen. 
Gern nähe ich dir dein ganz persönliches Sámi - Armband!

Herzlich,


Freitag, 29. August 2014

Zurück-Kommer



 Nun gehöre ich auch wieder zu den Zurück-Kommern...
Wie beinahe jedes Jahr fahren wir im Sommer nach Schweden, tauchen ein in Landschaft, Leute und Sprache. Und haben es jedes Jahr aufs Neue schwer, wieder aufzutauchen. Uns muss man schon fast wieder auf die Fähre prügeln. Ein sehnsuchtsvoller Blick zurück, wunderbare Eindrücke im Gepäck und den glasklaren Vorsatz: nächstes fahren wir wieder hin!

Die erste Reise-Etappe führte uns nach Lysekil, einer kleinen Stadt an der Küste, etwas nördlich von Göteborg. In diesen Tagen wurde dort ein Women World Cup im Segeln ausgetragen. Alles konnte direkt von der Kaimauer aus mitverfolgt werden. Spannend, sag ich euch. Auch wenn ich eine alte Landratte bin, es hat mich fasziniert!





seht ihr die jubelnde Gewinnerinnen-Frauenschaft. 


Für heute grüß ich euch mit diesem schönen Leuchtturm von Lysekil.
Ach ja, eine Frage stelle ich mir wohl jedes Jahr:
was nehme ich mit aus den Ferien?
Also, klar, meine kleinen Loppisfynder (Flohmarktschätze), aber was nehme ich im Herzen mit?
Ich möchte mir diese stillen Zeiten bewahren, wenigstens ein paar davon. Und den All-Tag weniger vollpacken.
Was nehmt ihr mit?



Sonntag, 13. Juli 2014

Hänschen im Blaubeerenwald....

Kennt ihr auch das schöne Kinderbuch von Elsa Beskow,
"Hänschen im Blaubeerenwald" hieß es in einer älteren deutschen Übersetzung, die ich als Kind sehr liebte, inzwischen heißt es in der neuen Ausgabe, ganz schwedisch: Lasse im Blaubeerenwald.
Ein kleiner Junge will für seine Mutter Blaubeeren und Preiselbeeren sammeln und gerät dabei in eine wundersame verträumte Welt. Am Ende werden Blaubeerenjungen und Preiselbeerenmädchen ihm helfen, seine Körbchen zu füllen...


An dieses Buch hat mich die Stickerei aus dem Verlag Acufactum erinnert, die ich in dem Buch "Schwedensommer" gefunden habe. Heute ist das kleine Kunstwerk fertig geworden. Ich habe das Stickbild nicht gerahmt, wie es die Idee im Buch vorsieht, sondern in einen Kissenbezug eingepasst.


So stimme ich uns hier auf die Ferien in Schweden ein.
Ein paar Wochen müssen wir noch warten, aber bald, bald werden wir uns wieder auf den Weg machen...




Das Stickbild ist das erste Projekt, das ich aus dem Buch verwirklicht habe, 
die nächste Idee ist schon im Anmarsch.
Und weil es in dem Buch ausser Stickerei sogar etwas zum Aussägen gab, 
hatte auch der Mann schon was zu tun....
das zeig ich später mal.

Stickvorlage: "Schwedensommer" Verlag Acufactum.
 Motiv: "fruchtiges Beerenherz"
Garn: Vaupel&Heilenbeck (Wuppertal)
12 fähiges Leinen, ungebleicht
Ich bestelle das Garn und den Stoff gern bei "Stickteufelchen.de"

(Hinweis: die Texte zu den Bildern sind frei erfunden und nicht aus dem Buch zitiert.)

Habt es fein,


Sonntag, 22. Juni 2014

Cobario - Musik im Blut




Gauklerfest 2014 in unserer Stadt - und wieder dabei: "Cobario" aus Wien.
3 Musiker - und ihr "Mädchen - für - alles" mit Sonnenbrille und Hut.

Man nehme:
2 Gitarristen und einen Geiger,

ganz viel Fingerspitzengefühl 
in 6 Händen,
das Lebensgefühl aus
Südamerika,
dem Orient,
dem Balkan,
mixe alles,
gebe etwas Feuer dazu,
Lust und Leidenschaft...

heraus kommt
eine Musik, die nach Sommer schmeckt.
nach Rotwein und Leichtigkeit,
nach einem Abend, 
an dem man barfuß auf warmen Pflastersteinen tanzen will.





Wenn Musiker so spielen, dass man spürt: sie lieben ihr Instrument,
sie lieben ihre Musik,
sie sind ganz in dem, was sie gerade tun -
dann stimmt es, dann steckt Musik im Blut.

Wer mehr wissen will, kann hier nachlesen, wer "Cobario" sind.
Auf alle Fälle sind sie mehr als "nur" Straßenmusiker. Viel mehr.
Seit sie den 1. Preis beim Klezmerfestival in Salzgitter gewonnen haben, dürfen sie sich sogar "Könige der Straßenmusik" nennen - gratuliere!
Und so spielen genau dort: auf der Straße. Nicht nur da, aber eben auch auf der Straße.
Und es macht so irrsinnig Spaß ihnen zuzuhören!

Habt einen guten Start in die neue Woche!

*
wünscht euch, die JULE

Mittwoch, 18. Juni 2014

"Minnesdag"




Danke, mein Liebster, für diese, unsere gemeinsame Zeit.
Diese kostbare Zeit voller Leben,
Lachen, weinen, 
zanken, versöhnen,
staunen,
überraschen,
lieben,

noch einmal Ja-sagen?
JA!
Jeden Tag aufs Neue.

Gott segne uns ein weiteres gutes, gemeinsames Jahr


Freitag, 13. Juni 2014

Der Ball ist rund....

... aber nicht jeder Ball hat ein Mäuseschwänzchen!

(Tutorial am Ende)

Seit den Osterferien stecke ich voller Elan in einer Weiterbildung.
Wenn ich nicht gerade an den Fortbildungsterminen teilnehme, lese ich mich durch Bücher zum Thema "Rhythmik". 
Rhythmik ist eine pädagogische Arbeitsweise, in der Musik und Bewegung verbunden werden. Den Kindern werden Erfahrungsräume eröffnet, es darf experimentiert werden, alleine, zusammen, es darf gestaunt und gelacht, getanzt, gesungen, gestampft und geklatscht werden.
Die Musikalische Früherziehung hat viele Elemente der Rhythmik.


M. Scheiblauer, die die Rhythmik geprägt, unterrichtet und gelebt hat,
drückt den Weg der Lernerfahrung durch die Rhythmik so aus:

"Erleben - Erkennen - Benennen"



In einem der älteren Rhythmikbücher, die ich mir in der letzten Zeit zugelegt habe,
wurden diese kleinen Bällchen beschrieben.


"Mäuschenball" nennt B. Holzapfel sie in ihrem Buch "Rhythmische Bewegungsspiele"


Für die Rhythmik mit unter 4 Jährigen sind sie gedacht.
Ich bekam sofort Lust, meine Baumwollvorräte zu sichten und viele kleine Mäuschenbälle zu häkeln.


Die Beschreibung im Buch ist knapp:
"schließen sie 3 Luftmaschen zu einem Ring und beginnen sie eine Kugel zu häkeln."
???
Ich musste schmunzeln, war es Ende der 70er Jahre jedem klar, wie das gehen soll?

Ich hab ein bisschen probiert - dann hatte ich den Dreh raus!
Und weil es so viel Spaß macht, diese Bällchen zu häkeln und weil es so schnell geht, 
hab ich es für euch aufgeschrieben:

MÄUSEBÄLLCHEN - TUTORIAL

Baumwollhäkelgarn, z. B. Quattro von Lang 50g, 120m
Häkelnadel Nr.3
Stopfmaterial

M=Masche
LM = Luftmasche
FM = feste Masche
R = Runde

1. R:    5 LM zu einem Ring schließen.
2. R:   In jede M 2 FM häkeln = 10 M sind im Ring
3. R: in die 1. M 1 FM, in die 2. M 2 FM , insgesamt 5x wiederholen = 15 M
4. R: in die 1. + 2. M je 1 FM, in die 3. M (also zwischen die 2 FM der Vorreihe) 2 FM, 
insgesamt 5 x

Diese R insgesamt 7x wiederholen. Die Zunahmen liegen immer übereinander, es entsteht ein 5 Eck. Mit jeder R erhöht sich die M Zahl um 5 M.

Nach insgesamt 7 R mit den Zunahmen aufhören und 6 R ohne Zunahme häkeln.
 Im unteren Teil des Bällchens wurde an den Zunahmepunkten 2 FM gearbeitet, nun wird beim Abnehmen immer eine M übersprungen, damit das Bällchen gegengleich gearbeitet wird.
Runde um Runde wird so gearbeitet, bis ein fingerdickes Loch bleibt.
Nun wird das Bällchen mit Füllwatte gestopft, möglichst fest.
Dann das Bällchen beenden, die Runden wie beschrieben weiter häkeln, bis das Loch ganz geschlossen ist. 
Für das Schwänzchen den Faden nun doppelt nehmen, ich habe einfach eine lange Schlaufe gemacht und mit dem doppelten Faden durch die letzen 2 M gehäkelt, die das Bällchen verschlossen haben. am Ende des Schwänzchens habe ich dann nur die letzten Zentimeter durch die letzte M gezogen, fertig.
2 Fäden sind zu vernähen: der Anfangsfaden und der Endfaden, der durch das Doppelt nehmen zum Schluss am oberen Teil des Bällchens liegt, nun kann man da auch noch alles ganz "dicht" nähen, falls nötig.

Mh, es häkelt sich bedeutend leichter, als eine Beschreibung zu schreiben.
Ich hoffe, ihr kommt klar damit, wenn ihr es ausprobieren wollt!