Montag, 27. Februar 2012

MONTAGSGRUSS

Wie der Schnee seinen Namen bekam

Lang ist es her, sehr lange, da hatte der Schnee noch keine Farbe. Traurig zog er  durch die Welt. 
"Ach," klagte er, "ich bin unsichtbar, wie der Wind! Wenn ich doch ein wenig Farbe hätte! Dann könnte man mich sehen!" Da beschloss er zu den Blumen zu gehen, um sie zu fragen, ob sie ihm nicht etwas von ihrer Farbe abgeben könnten.
Als Erstes kam  er zu der stolzen Rose. "Liebe Rose, kannst du mir ein wenig von deiner Farbe abgeben, damit ich nicht mehr unsichtbar durch die Welt streifen muss?", bat der Schnee die Rose.
Aber die stolze Rose antwortete: "Ich brauche meine Farbe für mich und kann dir nichts davon abgeben. Geh nur weiter und frag eine Andere!"



Da ging der Schnee zum kleinen Veilchen, dass im sanften Moos wächst. Aber auch das Veilchen mochte ihm nichts von seinem Violett abgeben. 
Der Schnee wanderte traurig weiter, er fragte viele Blumen, auch das Gras fragte er, das so frisch und grün ist. Aber auch das Gras mochte ihm nichts von seiner Farbe abgeben.
Traurig zog der Schnee weiter. Da sah er endlich ein kleines Blümchen stehen, es war grün und trug ein kleines weißes Glöckchen. 

"Du liebes, kleines Blümchen," 
bat der  Schnee, 
"kannst du mir ein wenig von deiner Farbe abgeben. Ich würde so gerne eine Farbe haben, denn sonst muss ich unsichtbar durch die Welt ziehen, wie der Wind, der umher streift und den auch niemand sehen kann." 
Da erbarmte sich das kleine weiße Blümchen. Es kratzte ein wenig an seinem Glöckchen, es schabte etwas von seiner weißen Farbe ab und gab sie dem Schnee. 

Wie freute sich da der Schnee, denn nun hatte er endlich eine Farbe und war nicht länger unsichtbar! Strahlend weiß war er jetzt! 
An der Stelle aber, an der das Blümchen seine weiße Farbe abgekratzt hatte, schimmerte das Blattgrün hindurch. Und so ist geblieben, für alle Zeiten.

Der Schnee ist seit dieser Zeit gut Freund mit dem Blümchen und es darf seinen Namen tragen, es heißt seither Schneeglöckchen. Zu den andren Blumen ist der Schnee unfreundlich, die beißt er mit seinem kalten Atem, nur das Schneeglöckchen verschont er, dem tut er nicht weh.

Volksmärchen, nacherzählt.
*
Ich wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche,
seid herzliche gegrüßt, 
eure JULE

*
Widmung: für euch alle, ihr Lieben, aber besonders für Kirstin und für Rosalie, die beide auf ihre Art diese kleinen Blümchen lieben, euch grüß ich heute besonders herzlich! 

Kommentare:

  1. Spring pictures! Beautiful snowdrops, mine has disappeared, and I suspect that the deer have eaten the buds * smile *. You also have a good week.

    Hugs
    Elna

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  2. Ja ,jetzt hab ich einen schönen Start in die Woche. Soooo zauberhaft Dein Märchen und Deine Bilder. Werd ich heut abend mit meinen Kindern noch mal lesen. DANKE liebe Jule.
    Dir auch eine schöne Woche
    Rosalie∙∙♥♥∙∙

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  3. seufz.....oh Jule, soooooo schön!Werde ich heute Nachmittag gleich mal meinem Kleinsten beim kuscheln erzählen ;o)!Hab´einen wundervollen Tag, viele liebe Grüße ♥ Petra

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  4. Och, wie wunderschön!
    Bin von deinen BlogZEITEN echt beeindruckt.
    Grüße Sandra

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    1. Ja, ich muss früh aufstehen! Eure Kindergärten machen doch auch nicht erst um 9:00h auf, oder ? ; ) und ich schlaf ja nicht direkt im Gruppenraum, auch wenn es immer wieder Kinder gibt, die das glauben... liebe Grüße, JULE
      (Aber: einen post kann man vorbereiten und dann loslassen...)

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  5. Liebe Jule,
    eine wundervolle Geschichte und tolle Bilder. Das mit der Rose ist unglaublich. Ich mag ja Rosen, auch wenn sie zickig zum Schnee waren und jetzt ihre gerechte Strafe dafür bekommen.
    Alles Liebe und einen schönen Abend von
    Nina

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  6. schöne Schneeglöckchenbilder. Die wachsen bei uns auch am Eingang.
    LG
    Claudine

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