Montag, 16. Juli 2012

MONTAGsGRUSS

Knöpfe....

In dem Buch "Melodie der Stille" erzählt Ruth Tremain vom jungen König Christian von Dänemark. 
Sein Vater hatte ihn dazu angehalten, darauf zu achten, dass keine schlampige, schludrige Arbeit geduldet würde. So prüfte der junge Prinz sehr kritisch alles, was ihm unter die Augen kam. Nahm er einen Fehler an einer Handwerkerarbeit wahr, so machte er, sehr zum Unbehagen des Handwerkers, seinen Vater sofort darauf aufmerksam.



Eines Tages bekam er einen Beutel voller Knöpfe von einem Knopfmacher geschenkt. Er enthielt Glasknöpfe, Hornknöpfe, Silberknöpfe und Holzknöpfe.
Christian tauchte die Hand in den Beutel und genoss das Gefühl, all diese unterschiedlichen Knöpfe durch seine Finger gleiten zu lassen. Er war ganz hingerissen von diesem Geschenk.


Als er an diesem Abend in seiner Unterkunft war, betrachtet er die Schätze bei Kerzenlicht. Er betastet sie,  dann legte er sein Gesicht ganz hinein und genoss die Kühle der Knöpfe an seinen Wangen. Es war das allerschönste Geschenk, dass er jemals bekommen hatte, fand er.

                                      

Nach dem Aufwachen, am anderen Tag leerte er noch einmal das Säckchen bei Tageslicht aus.
Wie erschrak er da, waren die Knöpfe doch von so unterschiedlicher Güte!
Er sortierte die perfekten auf einen Haufen und die, deren Bohrung nicht ganz genau stimmt, die einen kleinen Farbfehler oder sonst einen Makel hatten, auf einen anderen Haufen. Oh, weh, auf jeden perfekten Knopf kamen fünf bis sechs unperfekte Knöpfe!



Er lies die unperfekten Knöpfe wegwerfen und behielt nur die, die er für makellos hielt.
Aber wenn er nun die Hand in das Säckchen gleiten lies, so empfand er nicht mehr dieses bekannte   Glücksgefühl, denn das Säckchen war ja nun nicht mehr so voll wie zuvor. 
Da war es nicht mehr das schönste Geschenk für ihn, dass er jemals bekommen hatte.


Es verwirrte ihn noch lange. Es war ein Sack voll unperfekter Dinge gewesen, aber er hatte sie geliebt.
er ahnte, dass es für dies alles eine Erklärung geben musste, aber er wusste nicht welche.

Mich berührt diese Erzählung. 
Mir sagt sie, dass für die Fülle des Lebens alles zusammen genommen werden muss.
Die perfekten und die unperfekten Dinge im Leben,
meine Möglichkeiten und meine Unmöglichkeiten,
Blumen und Unkraut,
Sonne und Regen,
Glück und Kummer
....
Wenn ich etwas aussortieren will, dann beraube ich mich auch der Fülle meines Lebens.
...
Ich wünsche uns allen, dass, wenn wir in das "Knopfsäckchen" unseres Lebens greifen,
wir die ganze Fülle des Lebens spüren. Wissend, dass sich im Säckchen Perfektes und Unperfektes mischt...

herzliche Grüße und einen schönen Start und die neue Woche
schickt euch,
die JULE
*

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Geschichte...
    lieben Gruß von der Maus

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  2. Was für eine schöne Geschichte! Genau das habe ich gebraucht als Start in diese letzte Woche vor dem Urlaub. Danke, liebe Jule!

    Viele Grüße von Kirstin

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  3. Hallo Jule,

    ja, eine tolle Geschichte und so viel dran!
    Auch Dir, einen guten Start in die neue Woche

    Liebe GRüße von Danny

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  4. Liebe Jule,
    was für wahre und anrührende Worte.
    Danke für die Geschichte und die Gedanken.
    Liebste Grüße von Nina

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  5. Eine wunderbare Geschichte zum Wochenauftakt, liebe Jule.
    Die den Alltag so gleichsam mehr in Einklang bringt.
    Perfektes macht nicht zufriedener. Schafft oftmals eher Unzufriedenheit. Die Dinge so nehmen wie sie sind, auch wenn sie nicht immer so zu sein scheinen, wie sie sollen.
    Gluecklich macht nur, das Zusammenspiel von Beidem.
    Hab eine feine Woche.


    LG

    Kristina

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  6. It's a very nice story and everything can't be perfect. Have a great day.

    Hugs
    Elna

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  7. ...ach JUle, das war ja mal wieder Seelenfutter der Extraklasse!!!Wunder,wunderschön!!!!Herzlichen Dank dafür, du Liebe, das hat mir seeeeehr gut gefallen !Einen wunderbaren Wochenstart und viele, liebe Grüße,Petra ♥

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  8. eine wunderschöne Geschichte. Ja, das Leben besteht aus so verschiedenen Facetten, es kann nicht alles nur perfekt sein.
    Als kind ( im Krieg geboren) gab es nicht so eine Fülle von Spielzeug und ich habe auch immer mit Knöpfen gespielt.
    Zum Leidwesen meiner Mutter wanderte da mancher in den Mund. Dann wurde im Töpfchen gesucht ob er wieder da war. Das weiß ich aus einem Brief den meine Mutter an den Vater, der im Krieg war,geschrieben hatte.

    LG
    Brigitte

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  9. Hej Jule,
    wie wahr doch diese Geschichte ist!
    Vielen Dank dafür.
    ♥lichst
    Manuela

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  10. Liebe Jule,

    vielen Dank für diese so wunderschöne Geschichte.
    Ja, wenn alles perfekt wäre, so würde wohl die bunte Fülle des Lebens fehlen. Ich glaube, ich druck sie mir aus... für den nächsten Augenblick, wo jemand wieder einmal meint, Perfektion von mir einfordert zu müssen und ich entsprechend meiner frühen Prägung meine, darauf anspringen zu müssen.

    Ich liebe Knöpfe. Sie waren mein Lieblingsspielzeug als Kind...

    Liebe Grüße
    Nula

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  11. Ein Jule-Post wie ich ihn so gern mag. Wunderbar Deine Gecshichte, meine Liebe! Ich verbinde mit den Knöpfen eine andere ebenso wunderbare Erinnerung. Als die Kinder noch kleiner waren, haben wir manchmal bei Sauwetter die große Knopfkiste bei der Omi auf den Teppich ausgeschüttet und dann Knopfhupfen gespielt, oder Figuren gelegt, oder oder.... in den Knopfschätzen geschwelgt und sind sooo glücklich dabei gewesen.
    Eine schöne Woche wünsche ich Dir
    Liebste Rosaliegrüße ∙∙♥♥∙∙

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  12. Ich habe gerade eine Gänsehaut bekommen.
    Was für eine wunderbare Geschichte.
    Danke dafür.
    LG Maike

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  13. So, liebe Jule, das Posting hab ich mir jetzt auch noch "einverleibt" und sehr genossen! Und seh es genauso - das Leben braucht das ALLES!
    Ich freu mich, dich gefunden zu haben! Herzlichst Traude
    PS: Ich hab übrigens auch so eine schöne alte Knöpfchensammlung (übernommen von meiner Oma väterlicherseits und ihrer Schwester)

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