Montag, 17. Dezember 2012

MONTAGsGRUSS

Die Hirten

Wortkarg sind sie,
aber mit einem feinen Gespür für das Ungesagte.

Sie, die mit einem Blick sehen,
wenn eines der anvertrauten Tiere fehlt.

Menschen, die aus Erfahrungen weise wurden -
und denen niemand mehr etwas vormachen kann.

Und die dennoch nicht Wert geachtet werden im Dorf.
weil es eben "nur Hirten" sind.

Ich frage mich, 
wo sie sind,
diese Hirten,
 in meiner Seele.

Ist es die ruhige Stimme in mir, die sagt:
"Geh diesen Weg, ich spüre, er ist gut..."

Ist es die Stimme, die mich leise, aber verlässlich
vor nahender Gefahr warnt?

Ist es die Stimme, die nah dran ist am Instinkt,
am erdigen Leben, 
am Gespür für das, was unaussprechlich ist?

Und wie oft hab ich ihr nicht vertraut,
der Hirtenstimme in mir?

In der Weihnachtsgeschichte
sind es die Hirten die als Erste
von der Geburt des Gotteskindes erfahren.
Denen, die so nah dran sind an der Erde
ihnen öffnet sich der Himmel.

Und die, denen man nichts vormachen kann, 
die ein Gespür haben für das Unsagbare,
freuen sich
und suchen das neugeborene Kind....

*
Aus der psychologischen Auseinandersetztung mit Volksmärchen kennt man den Ansatz, die Figuren, die im Märchen vorkommen, als Anteile der Seele zu interpretieren. Es ist sehr spannend, sich auf diese Gedanken einzulassen, finde ich. Auch mit biblischen Erzählungen kann man das machen. Der Text oben ist ein Versuch, das einmal in wenige Worte zu fassen. 
*
Ich wünsche euch eine schöne Adventswoche!
*
Eure JULE

Kommentare:

  1. Erd- und Naturverbunden sind sie und sie halten die Herde zusammen - sehr sympathische Figuren sind die Hirten. lg

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  2. Liebe Jule,
    was für schöne Gedanken Du hier mit uns teilst.
    Ehrlich gesagt, dafür ist mir die Kommentarfunktion zu profan und ich muss auch erst drüber nachdenken. Aber danke!
    Sei lieb gegrüßt und mal gedrückt, hab eine schöne Adventswoche.
    Nina

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  3. Warum waren wohl die ersten beim Kind die Hirten?
    Aber bis heute ist es so, das viele auf die Hirten herunterschauen.
    Schade eigentlich!

    Liebes Grüßle von Tanja

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  4. Ach, liebes Julchen, wo waren heut nur die Hirten hier .... ?! Ein Post der mir grad so zu Herzen geht. Lass uns vielleicht nachher mal reden.
    Liebe Rosaliegrüße

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  5. Liebe Jule,

    danke, dass du auch die Hirtengedanken wieder mit uns teilst.
    Welche Weihnachtsanregung, erst der Esel nun die Hirten. Danke.
    Manchml muss man wohl auch etwas "einfältig" sein (ein besseres Wort fällt mir nicht ein), damit einem etwas zufällt; wie z.B. das Glück als erster an der Krippe zu stehen. So gilt es wohl zur Weihnacht nicht nur eine "Eselswaage" zu finden, sondern auch etwas wie die Hirten zu werden.

    Einen guten inneren und äußeren Weihnachtsweg
    wünsche ich dir.

    FROHE WEIHNACHTEN!

    Liebe Grüße
    Nula

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