Montag, 3. Juni 2013

MONTAGsGRUSS - nachdenklich

Eigentlich...
... wollte ich heute anfangen, euch von meinen schönen Ferien auf Bornholm zu berichten.
Aber das kann warten.
Als ich heute morgen in mein Emailfach mit den Blog-emails geschaut habe, hat mich eine Nachricht von einer andren Bloggerin erreicht, die mich einfach nur tief traurig macht.
Tinki ist überraschend gestorben, ihre Schwester hat die Leserinnen von Tinkis Blog per Kommentar benachrichtigt, einige haben bereits dazu einen Post geschrieben.


Tinkis kreativen Blog habe ich seit dem Frühjahr gelesen und war immer wieder überrascht, was sie alles ausprobiert. Manches hatte ich auch schon in der "Mache" gehabt und konnte sie gut verstehen. Ihre Berichte strahlen so viel Lebensfreude, Kreativität und Neugier aus, es pulsiert einfach.
Wir haben uns leider nie gesehen, nie miteinander telefoniert. Aber sie gehört zu den Frauen, die ich unheimlich gern mal "so in Echt" getroffen hätte. Nun geht das nicht mehr.

Zuletzt hatte ich ihr von einer (weiteren) alten Nähmaschine erzählt, die ich entdeckt habe. "und dann erzählst du mir, ob du sie ans Laufen gebracht hast!" hat sie zurück gemailt. Das war Mitte Mai. Auf meiner Heimfahrt habe ich an sie gedacht und mich auf weiteres "Gemaile" gefreut. Nichts schien selbstverständlicher als das zu sein.

Wenn ein Mensch nicht mehr da ist, dann ist es, als hätte der Fluss plötzlich kein Ufer mehr, zu dem man hinüber sehen und rufen kann.

Auf Bornholm steht neben der Kirche von Allinge diese Skulptur, sie heißt "Metamorphose" von Arne Ranslet, es zeigt die Verwandlung des Menschen in einen Engel. Leben ist Wandel, immer.

Ich weiß nicht, was ihr Spiritualität bedeutet hat, was sie unter "Gott" verstanden hat. Aber es ist meine Art, ihr adieu zu sagen:


"geh mit Gott, liebe Tinki!"

"Erst wenn der Webstuhl schweigt,
die Schiffchen nicht mehr rennen,
wird Gott das Muster offenbaren und den Grund uns nennen,
warum die dunklen Fäden in des Webers flinker Hand
so wichtig sind wie Gold und Silber im Muster, das er plant."
(aus : Maire Brennan, mein irisches Leben)

*
JULE
*

Kommentare:

  1. Das ist wirklich eine traurige Nachricht,aber die Skulptur und auch Deine Zeilen sind sehr ausgewählt und sehr passend. Mein herzliches Beileid - unbekannter Weise.
    Viele Grüße Synnöve

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  2. Liebe Jule,
    das hast du sehr, sehr schön geschrieben.Auch wenn der Alltag hier bei mir weiterläuft, wie ein Alltag halt weiterläuft....so begleiten mich Gedanken an Tinki doch die ganze Zeit, den ganzen Tag.Und, nein,so wirklich begriffen habe ich es noch nicht.Ich drücke dich,Petra ♥

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  3. Liebe Jule,
    still und beruehrt lese ich Deinen Post, klicke mich zu Tinkis Blog und kann es noch garnicht realisieren.
    Meine gerade mehr als aufregenden, Aufbruch bestimmten aber auch unruhigen Gedanken lasse ich fuer Momente ruhen. Und schicke Tinkis Lieben einen stillen Gruss und wuensche ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

    sei ganz lieb gegruesst

    Kristina

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  4. Liebe Jule,
    an einem Satz in deinem Post bin ich hängen geblieben: Nichts schien selbstverständlicher als das zu sein.........

    Aber nichts ist selbstverständlich. Das merken wir leider immer erst, wenn so traurige Nachrichten kommen. Aber es gibt nur einen Weg. Sich bewußt machen, dass jeder Weg, auch der eigene endlich ist und dann anfangen jeden Tag ganz bewußt zu leben.

    Grüßle
    Tanja

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  5. Liebe Jule,
    es fällt schwer darauf zu antworten.

    Aber ich wollte Dir gern sagen, dass ich Deine Nachdenklichkeit und Fassungslosigkeit verstehe.

    Liebe Grüße von Nina

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  6. Liebe Jule,
    Ein trauriger und nachdenklichet Beitrag,ich bin fassungslod,da ich so etwas schon mal auf einem Blog erlebt habe,da haben die Eltern dieses jungen Menschen einen Nachruf auf seinen Blog gesetzt,das hat mich tief berührt.
    Aufeinmal ist nichts mehr so wie es war.Schade das ich Tinkis Blog erst jetzt kennengelernt habe.Er st voller Wärme und Kreativität.
    Ich grüss dich von ganzem Herzen,

    Ulli

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