Dienstag, 6. Dezember 2016

Sankt Nikolaus in Not


Wohl kaum eine andre Zeit im Jahr ist so eng mit Erinnerungen an die Kindheit verbunden, wie die Adventszeit. Vielleicht noch die Zeit der Sommerferien, aber ausserdem? 
Ich erinnere mich genau daran, wie ich den Zeitpunkt herbei gesehnt habe, an dem meine Mutter endlich, endlich die "Weihnachtskiste" hervorgeholt hatte. Ein großer, starker, alter Pappkarton, in dem alle die Schätze aufbewahrt wurden, mit denen wir in jedem Jahr unser Zuhause adventlich schmückten. Die Adventskalender, die Transparente zum Aufstellen, die kleinen Figuren, die Strohsterne und Transparentsterne, ja, auch der Weihnachtsbaumschmuck wurde in der großen Weihnachtskiste, die ja eigentlich ein Weihnachtskarton war, verwahrt. So viele Monate hatten alle die feinen Dinge geruht, nun war es Zeit den Nussknacker wieder zu wecken und mit ihm alle seine Freunde! 


Ganz, ganz unbedingt gehört zu meinen Adventszeit-Erinnerungen aber gewiß Eines: 
Zwei Kerzen brennen am Adventskranz, es gibt heißen Kakao mit Schlagsahne, wir Kinder haben kalte Wangen, weil wir draußen gespielt hatten. Und meine Mutter liest die Geschichte von 
"Sankt Nikolaus in Not" von Felix Timmermans vor. Ich sehe sie vor mir, das kleine Insel-Büchlein in den Händen, wir schlürfen den heißen Kakao und knabbern erste Weihnachtsplätzchen.


Die Geschichte von dem kleinen, armen Mädchen Cäcilie, dass sich nichts sehnlicher wünschte als das große Schokoladenschiff aus dem Süßigkeitenladen, dem "Verzuckerten Nasenflügel" der alten Trinchen Mutser, von dem Dichter Remoldus Keersmaeckers, und natürlich von Sankt Nikolaus persönlich, der sich in der Nikolausnacht auf den Weg macht um in Holland alle Kinder zu bescheren. Denn in Holland bekommen die Kinder ihre "Weihnachts-Geschenke" vom heiligen Nikolaus und aus Holland stammt diese schöne Erzählung. 

Eine wunderbare, eine herzerwärmende Geschichte ist es, in der geschildert wird, wie durch das verschneite, nächtliche Städtchen der Heilige und sein Helfer, der Ruprecht stiefeln, nachdem sie mit ihrem Eselchen auf einem Mondstrahl zur Erde hinunter geglitten sind.

Am Ende wird natürlich alles gut, wie sollte es auch anders sein, wenn der große Freund der Kinder mit im Spiel ist.


Und auch dieses Jahre werde ich wieder mein Buch heraus holen, ich habe mir vor vielen Jahren eine schöne Nachdruckausgabe vom Stalling Verlag gekauft, mit herrlich nostalgischen Bildern illustriert. Und ich werde die Kerzen am kleine Adventskranz anzünden, einen heißen Kakao mit Schlagsahne auf den Tisch stellen und die ersten Weihnachtsplätzchen rausholen...

Wenn ihr neugierig geworden seid und Lust bekommen habt diese Geschichte selber einmal zu lesen, habe ich sie euch hier verlinkt, es gibt sie aber auch immer noch in Buchform :



Ich wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag! 

*


Kommentare:

  1. Du hast deine Erinnerungen so schön erzählt, ich kann es fühlen und riechen (den Kakao). Die Bilder passen wunderbar dazu.
    Danke für die Geschichte, ich werde sie heute Abend vorlesen.
    Liebe Grüße und einen gemütlichen Nikolausabend.

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  2. Mir gefällt die Geschichte sehr gut, sie passt so richtig zu den dunklen Abenden am Kamin...
    Annette

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  3. Was für eine wunderschöne Erinnerung an die Kindheit :-)
    Ganz viele liebe Adventsgrüße
    sendet dir die Urte

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